Wer an einem Ort aufwächst, der von Wiesen, Wäldern und einer einzigartigen Naturlandschaft geprägt ist, lernt früh, sorgsam mit dem umzugehen, was ihn umgibt. Ressourcen zu achten, Lebensmittel wertzuschätzen, regional zu denken und Verantwortung für kommende Generationen zu übernehmen – all das gehört für die Familie Kirchmann seit jeher zum Alltag.
Vielleicht ist es gerade diese Bodenständigkeit, die Nachhaltigkeit im Allgäu so besonders macht: Man verwendet, was die Region schenkt. Man pflegt, was einem anvertraut wurde. Und man denkt nicht in Quartalen, sondern in Generationen.
Im Bad Rain bedeutet das ganz konkret: Das Wasser stammt aus der eigenen Quelle. Die Sonne liefert einen Teil der Energie über die Photovoltaikanlage auf dem Dach. Die behagliche Wärme des Kachelofens kommt aus den hauseigenen Wäldern. In der Küche stehen saisonale Produkte und regionale Partner im Mittelpunkt – vom Oberstaufener Käse über die Forellen aus der Region bis hin zum Wild aus heimischer Jagd.
Nachhaltigkeit bedeutet für uns aber auch, Verantwortung für die Menschen zu übernehmen, die diesen Ort mitgestalten: für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, für unsere langjährigen Partner und für die Region, die wir unser Zuhause nennen.
Wir sind überzeugt: Wer die Natur bewahren möchte, muss zunächst lernen, sie wertzuschätzen. Und wer Gastfreundschaft über Generationen lebt, denkt automatisch nachhaltig.
Vielleicht nennen wir es deshalb gar nicht Nachhaltigkeit.
Für uns ist es einfach eine gute Art, Gastgeber zu sein.

1. Was verstehst Du unter Nachhaltigkeit?
Dabei geht es natürlich um Ressourcen-Effizienz und Klimaschutz. Dazu kommt die Wertschätzung der Lebensmittel wie auch der eingesetzten Materialien z.B. bei der Einrichtung unserer Räumlichkeiten. Auch die Gesundheit und Arbeitsfähigkeit unserer Mitarbeiter sowie unsere Partner, Zulieferer und Handwerker haben wir in diesem Rahmen ständig im Blick.
2. Ist Nachhaltigkeit für Eure Hotelgäste wichtig?
Nachhaltigkeit ist ein Trendthema und wird auch häufig zum Greenwashing missbraucht. Wenn es auf dem Kreuzfahrtschiff Glasstrohhalme anstatt Plastikstrohhalme gibt, ist das Symbolik. Das brauchen unsere Gäste nicht. Sie legen Wert auf gelebte Nachhaltigkeit und wissen, dass wir schon sorgsam mit den entsprechenden Themen umgegangen sind, bevor der Begriff modern wurde.
3. Nimmst Du Oberstaufen als einen nachhaltigen Ort wahr?
In Oberstaufen wissen wir, dass unsere Natur wie auch die Tradition (von der Landwirtschaft über das Handwerk bis hin zur Gastfreundschaft) unser wertvollstes Gut ist, die es zu pflegen und bewahren gilt. Deshalb sind wir bestimmt nachhaltiger als andere Orte. Mit der Ortswärme Oberstaufen wurden z.B. schon vor einigen Jahren die Weichen zur Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen und ausländischen Energie-Lieferanten gestellt.
4. Wie bewertest Du die Bedeutung des Naturpark Nagelfluhkette?
Der Naturpark Nagelfluhkette ist ein wunderbares erlebbares Produkt. Unter dem Motto „nützen und schützen“ stellt er die Bedeutung unserer Landschaft wie auch der Ressourcen dar und zeigt gleichzeitig, dass das Thema nicht an der Orts- oder Landes- oder Bundesgrenze aufhört.
5. Wie beurteilst Du die Auswirkungen des Klimawandels in Oberstaufen?
Wir werden wohl noch mehr zum Paradies werden in den nächsten Jahren, denn wir bleiben von den großen Wetterextremen verschont und haben z.B. auch in Hitzesommern viel Grün und Frische.